Dienstag, 16. Dezember 2008

Realistisch gesehen: Affiliate ist besser als Adsense!

Adsense oder Affiliate, was ist besser?
Die Frage aller Fragen für Freelancer und viele seit kurzem im Seo-Markt angehende Optimierer. Im Allgemeinen ist es in wirklichkeit immer so: Niemand ist je so wirklich zufrieden mit seinen Einnahmen und man findet immer jemanden, der mehr verdient.
Besonders in Deutschland redet man ja überhaupt nicht von Geld und erst recht nicht in der Öffentlichkeit, oder welche deutsche Manager würde mit seinem Gehalt prahlen! Woher soll ein angehender SEO nun wirklich wissen welche Einnahmequelle für ihn die Richtige ist? Ich versuche einmal ein paar Entscheidungshinweise und Beispiele zu geben.


Zunächst einmal sollte man seine Website grob nach dem folgenden Schema evaluieren:

* Ist es ein Nischenthema? Ja / Nein
* Möchte ich Einnahmen mit Geld- oder Konsumaffines verdienen? Thema
* Ist mein Traffic hoch oder niedrig?
* Benötige ich Forum, Newsportal, Blog oder andere Form?

Zu den Nischenthemen sei gesagt, das diese am aller Besten konvertieren, also kaufen dort viele Besucher bei dem Werbepartner, den sie anklicken auch ein. Wer ihre Seite beispielsweise zum Thema Tiernahrung betreibt, der sollte möglichst auch zielgerichtete Werbung dort laufen lassen. Adsense ist immer zielgerichtet, kann aber in einem wenig umkämpften Bereich wenig Geld pro Klick bringen. Wer dagegen für eine Pay-per-Sale Kampagne von einem bestimmten Tierfutter-Hersteller wirbt und 20 % Provision bekommt, der ist oft besser dran. Gerade bei Nischenthemen ist also eher Affiliate angesagt, da allein schon rechnerisch mehr Gewinn möglich ist.

Tausend Besucher pro Tag = CTR

CTR (Klick-Through-Rate), also prozentual, wie viele Prozent ihrer Homepagebesucher der Seite auf die Werbung klicken: 5 %

= 50 Klicks am Tag bei 1000 Besuchern

Man sollte abschätzen können, was mehr Geld bringt: Adsense oder Partnerprogramme. Rein theoretisch könnte der Klickpreis bei 50 Cent liegen, was am Tag etwa 25 $, also 15,91 € Gewinn macht. Mit Adsense kann man also rechnerisch realistisch etwa 16 Dollar am Tag einnehmen!

Bei themenrelevanten Seiten, würde ich die Konversionrate (nach dem Klick) auf etwa 5 Prozent schätzen. Also gibt es pro hundert Klick 1,5 Bestellungen. Der durchschnittliche Warenkorb liegt geschätzt bei 30 Euro und eine Bestellung beschert dem Affiliate Partner so ca. 6 Euro.

Insgesamt wären dass dann bei 50 Klick am Tag und davon 2,5 Bestellungen zu jeweils 8 Euro also 20 Euro, und das jeden Tag. In diesem Fall wäre man bei Affiliate also besser dran als mit irgend einer Adsense Kampagne.

Bei konsum-affines Portal, also einen Preisvergleich oder eine Kaufberatungsseite, sieht die Sache so aus: Die CTR ist dabei meist weit höher (bis zu 10 %) und die Conversionsrate auch (ebenfalls bis zu 10%). Nun muss einfach der Taschenrechner ran und man braucht die folgenden Infos:

* Click-ThroughRate
* Conversion-Rate
* durchschnittliche Warenkorbgröße (Man kann den Advertiser fragen)

Zur Gegenüberstellung: Am besten den EcPM (Effective Cost per 1000 Impressions) von Adsense. Nimmt man sich 1000 fiktive Besucher und rechnet aus, was sie bei Affiliate und was sie bei Adsense wert sind. Sehr oft läuft es in obigem Beispiel auf das Gleiche heraus. Ich empfehle daher auch jedem, der nicht unbedingt hauptberuflich viel Geld mit Werbung macht und nicht sehr viele Besucher hat, von vorneherein zu Adsense. Man gibt den Code ein und den Rest erledigt Google. Auch aufgrund des mit Partnerprogrammen verbundenen Aufwands würde ich bei kleineren Webseiten mit wenig Besucher-Traffic immer Adsense bevorzugen. Affiliate Programme sind komplizierter und wer kein zielgruppenfreundliches Programm einbaut, der freut sich über Konversionrates von 0,01 %.

Es sei gesagt: Auch, wenn unglaubliche große Provisionen winken: Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand von einer schlecht gemachten Hobby-Webseite über “MICH” auf eine Kreditwerbung klickt, ist überaus gering. Synergetische Effekte müssen her: Eine Versicherungsvergleichseite mit 15 verschiedenen Partnerprogrammen - das ist Synergie! Eine Literaturseite über verschiedene Bücher mit Links zu diesen Büchern bei Amazon, das ist Synergie! In einem Forum über Spielesucht Poker-Werbung, das ist Synergie! Man sollte eben immer zielgruppengerecht denken und nicht einfach irgendwas als Partnerprogramm einbinden. Denn auch, wenn auf den ersten Blick bessere Konditionen winken, so sinkt oft gleichzeitig sowohl die CTR als auch die Konversionrate und im Endeffekt verdient man weniger. Ich würde auch erst einmal komisch schauen, wenn mein Obstverkäufer mir zum Schlussdes Gesprächs mir noch eine Versicherung verkaufen will.

Und zuletzt noch die Newsportale, Foren und Blogs: Schlimme CTR-Raten, noch schlimmere Konversions. Hier gilt: Fachbezogen und spezialisiert bringt durchschnittlich doppelt so viel Geld wie ein “allgemeiner” Blog. Robert Basic hat darüber vor einem dreiviertel Jahr geschrieben und die Werbeinnahmen von Blogs ausgewertet.

Ein paar Tipps nebenbei noch:

* Qualitativ minderwertige Seiten bringen bei Adsense viel weniger Geld. Adsense Quality Rater passen ab und zu den Preis an und gehen dabei nach Qualitätskriterien vor. Ist die Qualität der Seite schlecht, so wirkt sich das auf den ganzen Adsense Account aus und zieht die Klickpreise bei allen anderen Projekten nach unten.
* Bei der Entscheidung für oder gegen ein Affiliate Programm sollte auch auf die Cookie-Optionen geachtet werden, bzw. ob Pay per Lead oder Pay per Sale vorherrscht. Lifetime Provision ist natürlich am Schönsten!
* Bei extrem hohen Traffic und guter Seite sollte man gleich bei Bewerbung beim Partner anrufen und eine “Premium Behandlung” verlangen. So gibt es dann oft statt 15 % auch mal 25 %. Klasse!
* Weniger Werbung ist angenehmer für den Besucher und er kommt wieder. Zu viel Werbung tut in den Augen weh und sorgt unter umständen für enorm hohe Absprungsraten. Wer abspringt, der klickt nicht auf die Werbung.